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Dialog über New Work in der Schweiz

Unter dem Titel «Schöne neue Arbeitswelt» hat das berufliche Online-Netzwerk Xing in Zürich im Rahmen der ersten Schweizer Ausgabe der New Work Sessions eine Bühne für den Dialog rund um das Thema New Work geboten. Von transparenten Löhnen bis hin zu «lernen zu verlernen»: Die lebhaften Diskussionen am Anlass haben die inhaltliche Vielfalt und breite Relevanz von New Work deutlich gemacht.
30. September 2019 - PD/MIG

Über 320 Führungskräfte, HR-Experten, Startup-Gründer und weitere New Work-Interessierte folgten der Einladung von Xing Schweiz, um sich einen Tag lang mit dem Wandel in unserer Arbeitswelt zu befassen. Der Begriff New Work dient einerseits als Klammer für verschiedene Facetten des Wandels in der Berufswelt und steht gleichzeitig für eine Arbeitswelt, in der Menschen das tun können, was sie wirklich wollen. In insgesamt 23 Sessions, bestehend aus Impulsreferaten, Diskussionen und Workshops, zeigten prominente Redner, wie Neurobiologe Dr. Bernd Hufnagl, Swatch-Erfinder Elmar Mock und New Work-Pionier Klaus Kobjoll, die Bandbreite des Themas auf.

 

Über den Anlass zusammengefasst lassen sich fünf Kernpunkte zum aktuellen Dialog über New Work in der Schweiz festhalten:

 

  1. New Work ist kein Regelwerk

Die Betrachtung von New Work als simples Set an neuen Regeln und Prozessen entpuppt sich als Sackgasse. New Work stellt einen anhaltenden Entwicklungsprozess dar und beschreibt nicht einfach den neuen Status Quo. Im Zentrum stehen dabei Selbstmotivation und -verantwortung sowie Kommunikations- und Entscheidungskompetenzen von Mitarbeitenden. «New Work ist ein emotionaler Reifungsprozess, der einen Haltungswandel bei allen Involvierten voraussetzt», sagt Bettina Rollow, Organisationsentwicklerin und Mitgründerin Das Dach.

 

  1. Führung erfindet sich neu

Das traditionelle Hierarchieverständnis lässt sich immer schlechter mit einer agiler werdenden Arbeitswelt vereinbaren, in der lineare Karrierepfade weder als erstrebenswert noch als realistisch gelten. Die Ausgestaltung neuer Führungsmodelle bewegt sich dabei im Spannungsfeld zwischen Ermächtigung und Überforderung der einzelnen Arbeitnehmenden: «Die Vorstellung von Selbstorganisation ist oft zu romantisch. Gestaltungsfreiraum bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen», sagt Ivo Bättig, Partner bei Unic.

 

  1. Transparenz ist Merkmal und Beschleuniger

Die zunehmende Transparenz in vielen Bereichen des Arbeitslebens – vom Lohn bis zum Betriebsklima – kann sowohl als Merkmal von New Work als auch als Voraussetzung und Beschleuniger für viele Veränderungsprozesse in der Berufswelt verstanden werden. Mehr Transparenz ermöglicht einen Dialog auf Augenhöhe: «Das Wissen über Löhne ist ein Machtfaktor, und diese Macht sollte gerecht verteilt werden», sagt Hannes Gassert, Mitgründer von Liip und Nationalratskandidat.

 

  1. Auch Verlernen will gelernt sein

Lebenslanges Lernen ist in einer sich stetig weiterentwickelnden Arbeitswelt Voraussetzung für ein erfülltes Berufsleben. Doch genauso wichtig wie das Aneignen neuer Fähigkeiten könnte künftig das bewusste «Verlernen» von überholten Denkmustern und hinderlichen Abläufen sein. «Seit der Schulzeit wird additives Lernen gefördert. In einer Welt, in der sich Wissen jedoch immer schneller erneuert, wird Verlernen und Loslassen von Gewohntem zu einer wichtigen Zukunftskompetenz», sagt Martina Kühne, Trendforscherin und Mitgründerin Kühne Wicki, Future Stuff.

 

  1. «Culture is King»

Ob höhere Transparenz, neue Führungsmodelle oder die gezielte Förderung von betrieblichen Entwicklungsprozessen: Am Ende entscheidet die Kultur im Unternehmen, ob New Work tatsächlich gelebt und das Versprechen einer besseren Arbeitswelt eingelöst werden kann. Ralf Metz, Mitinhaber von me&me, ist überzeugt: «Unternehmenskultur kann nicht bewusst entwickelt werden, sondern entsteht aus dem Zusammenspiel zwischen Mensch, Struktur und Praktiken.»

 

Ann-Christin Schertzinger, Kommunikationsverantwortliche bei Xing Schweiz sagt zur erfolgreichen Erstausgabe der New Work Sessions Zürich: «Das grosse Interesse an der Veranstaltung und die breitgefächerte Zusammensetzung des Publikums zeigen eindrücklich, dass New Work in der Schweiz dem Stadium eines HR-Nischenthemas entwachsen ist und sich heute breite Kreise aktiv damit auseinandersetzen.»


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