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Digital HR – Berner Unternehmen in der digitalen Transformation

Vortrag im September 2019 durch Frau Prof. Dr. Andrea Gurtner Eine Studie von BFH-W Institut New Work in Kooperation mit HR Bern 26. September 2019,
03. Oktober 2019 - Ann Bosshard, HR Bern Vorstandsmitglied

Digital HR oder digitale Kompetenz sind Begriffe, denen man zunehmend begegnet. Berner Unternehmen sind in der digitalen Transformation und das HR ist auf vielen Ebenen gefordert. Die Digitalisierung verändert Aufgaben und Arbeitsweisen von Mitarbeitenden. Durch die digitale Transformation ist das HR gefordert sich mit neuen Rollen, Arbeitsweisen und –modellen zu befassen. Mehr noch, das HR steht unter einer Dringlichkeit auch die Mitarbeitenden mit einzubeziehen und zu schulen.

Das Institut New Work der Berner Fachhochschule hat in Kooperation mit HR Bern eine Studie zur digitalen Transformation aus Sicht des HR durchgeführt.Den Online-Fragebogen haben 91 leitende HR-Mitarbeitende ausgefüllt. Die Resultate wurden anschliessend in acht Interviews mit HR-Verantwortlichen vertieft. Die Stichprobe umfasst ein breites Spektrum an Branchen, davon knapp die Hälfte KMUs. Befragt wurde zum Stand der digitalen Transformation in Unternehmen, zur Digitalisierung im HR im Zusammenhang mit der Unternehmenskultur und der Qualifikation der Mitarbeitenden sowie dem Einsatz von digitalen Tools im HRM und letztlich nach den Schlüsselkompetenzen im digitalen Zeitalter gefragt.

Die digitale Transformation gehört in mehr als der Hälfte der befragten Berner Unternehmen zu den Top drei Themen. Dabei liegt der Fokus stärker auf der Digitalisierung des bestehenden Geschäftsmodells und/oder bestehender analoger Prozesse (als auf der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle). Die digitale Transformation hat allerdings vor allem Einfluss auf das Geschäftsmodell und die Führungskultur einer Unternehmung.

Mit der Digitalisierung verändert sich auch die Unternehmenskultur. Analoge Prozesse werden zunehmend digitalisiert. Die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitenden und Abteilungen verändert sich. Persönliche Kontakte werden durch digitale Prozesse ersetzt. Das HR ist gefordert Mitarbeitende einzubinden und ihnen zu ermöglichen, den Weg der digitalen Transformation zu gehen und soweit als möglich mitzugestalten. Gezielte Weiterbildungen und Schulungen sind notwendig und zentral, um das Gelingen der digitalen Transformation zu ermöglichen.Der Einsatz von digitalen Tools im HRM ist unabdingbar. Digitale Tools werden aktuell insbesondere in der Lohnabrechung und im Employer Branding, bzw. der Personalsuche via Social Media genutzt. Hier werden in erster Linie LinkedIn, Xing, Facebook und Kununu genutzt. In geringerem Masse werden digitale Tools in Personalauswahl, -marketing und -beurteilung oder der Aus- und Weiterbildung genutzt. Welche Schlüsselkompetenzen sollten demzufolge Mitarbeitende besitzen, um auf dem Arbeitsmarkt zukünftig bestehen zu können? Im digitalen Zeitalter ist es nahliegend, dass es nebst der digitalen Kompetenz  insbesondere Selbst- und Sozialkompetenzen sein werden. Denn die Berufe werden sich verändern und damit auch die Schlüsselkompetenzen bezüglich Fachwissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten. Zentral genannt wird lernbares Fachwissen zu Kundenservice, IT, Kommunikation und Medien, und Personalwesen. Auch Fertigkeiten sind erlern- und trainierbare Attribute. Zentral genannt wird auch hier die Kundenorientierung, aber auch Qualitätsbewusstsein, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeiten, Zeitmanagement und aktives Zuhören sowie komplexe Problemlösungsfertigkeiten, die die Aneignung von Wissen fördern. Als zentrale Fähigkeiten werden Eigenschaften genannt wie Offenheit gegenüber Neuem, Flexibilität, Kreativität, die häufig nicht erlernbar sind, aber ausgebaut oder trainiert werden können, sowie mündliche und schriftliche Ausdrucksweise.

Das Fazit: Digital Hardskills wie Cybersicherheit und Cloud Computing sind in Unternehmen wichtig. Daneben werden auch relevantes Fachwissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten identifiziert, die für Mitarbeitende in der digitalen Transformation zentral sind. Entsprechend besteht hier ein grosser Ausbildungs- und Schulungsbedarf.

 


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